Hallo ihr Lieben!
Und immer wieder alle so: "Stricken ist mein Yoga" "Meditatives Stricken" "Entspannen beim stricken" "Stricken ist so beruhigend" "Beim Stricken kann ich abschalten"
Und ich so: "Schon mal einen mega Fehler beim Brioche stricken gemacht?"
Hier ist sie also, meine Geschichte vom Brioche GAU...
Meiner Meinung nach verhält es sich mit Brioche so wie mit Fair Isle, man liebt es oder man hasst es.
Am liebsten würde ich nichts anderes mehr stricken. Natürlich dauert es Ewigkeiten, besonders wenn mehr als eine Farbe im Spiel (so unter uns, macht einfarbiges Brioche überhaupt Sinn? Nope!). Dieses hin stricken und nochmal hin stricken, zwei mal zurück und wieder alles doppelt. Klar, es nervt und richtig spannend ist beim Brioche auch nur die erste Hinreihe. Wenn es nur nicht so ultimativ mega aussehen würde!Dieses wechselbare Versteckspiel der Farben ist einfach nur wunderschön und deshalb kann ich davon einfach nicht mehr die Finger lassen.
Nachdem ich also vom Le Moelleux angesteckt wurde, suchtete ich schnell nach anderen Anleitungen. Bei meiner Suche bin ich auf die Designs von Knit Graffiti aufmerksam geworden. Wenn jemand seine Brioche Liebe auslebt, dann doch wohl Lesley Anne Robinson. So bin ich auf ihr Tuch "Rebel" gestoßen und habe mich sofort verliebt. Dieses gibt es in zwei Varianten, einfarbig und zweifarbig, natürlich kam nur letzteres für mich in Frage. Nach einem vorhergegangenen Tuch-Reinfall, ebenfalls Brioche weswegen die Farbkombination schon feststand, musste es einfach der Rebel Two sein.
Wie gesagt, die Wolle stand fest, es sollte einmal Madelinetosh sein (Tosh Merino Light in der Farbe Celedon) und Hedgehog Fibres (Sockyar in der Farbe Graphite). Beides war schon gewickelt und start klar, schnell die passenden Nadelspitzen und das Seil zusammen geschraubt und los ging die Party. Der Anfang war leicht, die ersten Reihen schnell gestrickt, von Komplikationen nichts zu spüren. Die Anleitung vom Rebel Two ist super beschrieben, aufgeteilt in verschiedene Sections in ausgeschriebener Variante aber auch als Chart. Ich habe die ausgeschriebene Version genutzt und mich so langsam durch die verschiedenen Etappen gestrickt. Den Rebel Two strickt man im Grunde wie ein Dreieck, welches später in seine Form gebracht wird. Man muss sich zunächst in die Zu- und Abnahmen etwas rein fuchsen, aber dann strickt es sich sehr flüssig. Wie der Spannungsbogen in einer Geschichte, wurde auch der Rebel immer spannender zu stricken und dann ging es auf die Kante zu...(bitte hier beim lesen eine dramatische Pause einlegen!)
Die Kante beim Rebel Two macht das Tuch wirklich aus und verleiht ihm das gewisse Etwas. Außerdem heißt Kante = Ende. Für die schöne Borte war es also an der Zeit einige Zunahmen zu machen und jetzt ratet mal, wer da nicht richtig gelesen hat! Meinen Fehler habe ich erst in der nächsten Hin-Reihe der Hauptfarbe bemerkt, aber auch erst nach einigen Abnahmen.
Zunächst habe ich es mit zurück stricken versucht, zeitaufwendig, aber wohl das kleinere Übel beim Brioche retten. Doch die Abnahmen beim Rebel waren zu tükisch und ich erschuf ein Maschenchaos. Es ging weder vor, noch zurück. Meine Nerven waren zum zerreißen gespannt, aber es keimte auch die Einstellung: dann halt nicht! in mir auf. Ich schnappte mir mein Handy und suchte bei YouTube nach "fixing brioche", schaute kurz in ein paar Videos und zog langsam die Nadel aus meinem Tuch.
Der Rebel war mir egal, jetzt hieß es alles oder nichts. Ich habe auf dem Boden gehockt, die Schwangerschaftsmurmel im Weg, die wollverrückten Katzen im Blick und ribbelte einfach drauf los. Ob ich noch geatmet habe? Sporadisch. Dann wurde die Wolle wieder auf das Knäul gewickelt und los ging das eigentlich Schlimme.
Maschen die mit der Brioche Technik gestrickt sind, sind nicht so leicht wieder aufsammelbar wie "normale" Maschen, man muss immer auf die Umschläge achten. Als ich damit fertig war, sah ich schon, dass ein paar der Maschen nicht ganz richtig waren und Umschläge verloren gegangen sind. Meine Laune war am Boden und den Rest des Abends habe ich nach neuen Anleitungen für die beiden Wollknäule gesucht.
Am nächsten Morgen, kaum aus dem Bett gekrochen (es war Samstag), tappste ich ins Wohnzimmer nahm mir den Rebel und strickte los. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis ich die Hinreihe bei der ich den Fehler gemacht hatte, richtig gestrickt hatte. Bei einigen Maschen musste ich mehrere Minuten aufbringen um sie richtig zu ordnen, immer wieder nahm ich eine kleine Häkelnadel zur Hand um Verdrehtes zu entwirren. Am Ende hat es sich gelohnt.
Ich hatte zum ersten Mal Brioche geribbelt und erfolgreich wieder aufgenommen. Kein neues Tuch musste her und einen Tag später legte ich meinen wunderschönen Rebel zum ersten Mal um den Hals.
Im Schluss wurde es sorgsam gewaschen und gespannt, immer wieder bestaunt, die Fäden vernäht und mit wachsender Begeisterung getragen. Ich bin völlig hin und weg.
Die beiden Farben passen optimal zusammen und fühlen sich wirklich super an, wobei ich von der Tosh Merino Light schon immer begeistert war. Lediglich das Verstricken der Hedgehog Fibres Wolle war nicht ganz so eine Freude, ungleichmäßig und nicht ideal verzwirrnt.
Anleitung: Rebel Two von Knit Graffiti
Wolle: Madelinetosh, Tosh Merino Light "Celedon" und Hedgehog Fibres, Sockyarn "Graphite"
Nadelstärke: 3,5 mm ChiaoGoo Rundstricknadel
Fazit: Wunderschönes Brioche Muster, allerdings sollte etwas Erfahrung im Brioche stricken vorhanden sein. Die Anleitung ist toll geschrieben und zu empfehlen.
Und immer wieder alle so: "Stricken ist mein Yoga" "Meditatives Stricken" "Entspannen beim stricken" "Stricken ist so beruhigend" "Beim Stricken kann ich abschalten"
Und ich so: "Schon mal einen mega Fehler beim Brioche stricken gemacht?"
Hier ist sie also, meine Geschichte vom Brioche GAU...
Meiner Meinung nach verhält es sich mit Brioche so wie mit Fair Isle, man liebt es oder man hasst es.
Ich liebe Brioche!
Am liebsten würde ich nichts anderes mehr stricken. Natürlich dauert es Ewigkeiten, besonders wenn mehr als eine Farbe im Spiel (so unter uns, macht einfarbiges Brioche überhaupt Sinn? Nope!). Dieses hin stricken und nochmal hin stricken, zwei mal zurück und wieder alles doppelt. Klar, es nervt und richtig spannend ist beim Brioche auch nur die erste Hinreihe. Wenn es nur nicht so ultimativ mega aussehen würde!Dieses wechselbare Versteckspiel der Farben ist einfach nur wunderschön und deshalb kann ich davon einfach nicht mehr die Finger lassen.
Nachdem ich also vom Le Moelleux angesteckt wurde, suchtete ich schnell nach anderen Anleitungen. Bei meiner Suche bin ich auf die Designs von Knit Graffiti aufmerksam geworden. Wenn jemand seine Brioche Liebe auslebt, dann doch wohl Lesley Anne Robinson. So bin ich auf ihr Tuch "Rebel" gestoßen und habe mich sofort verliebt. Dieses gibt es in zwei Varianten, einfarbig und zweifarbig, natürlich kam nur letzteres für mich in Frage. Nach einem vorhergegangenen Tuch-Reinfall, ebenfalls Brioche weswegen die Farbkombination schon feststand, musste es einfach der Rebel Two sein.
Wie gesagt, die Wolle stand fest, es sollte einmal Madelinetosh sein (Tosh Merino Light in der Farbe Celedon) und Hedgehog Fibres (Sockyar in der Farbe Graphite). Beides war schon gewickelt und start klar, schnell die passenden Nadelspitzen und das Seil zusammen geschraubt und los ging die Party. Der Anfang war leicht, die ersten Reihen schnell gestrickt, von Komplikationen nichts zu spüren. Die Anleitung vom Rebel Two ist super beschrieben, aufgeteilt in verschiedene Sections in ausgeschriebener Variante aber auch als Chart. Ich habe die ausgeschriebene Version genutzt und mich so langsam durch die verschiedenen Etappen gestrickt. Den Rebel Two strickt man im Grunde wie ein Dreieck, welches später in seine Form gebracht wird. Man muss sich zunächst in die Zu- und Abnahmen etwas rein fuchsen, aber dann strickt es sich sehr flüssig. Wie der Spannungsbogen in einer Geschichte, wurde auch der Rebel immer spannender zu stricken und dann ging es auf die Kante zu...(bitte hier beim lesen eine dramatische Pause einlegen!)
Die Kante beim Rebel Two macht das Tuch wirklich aus und verleiht ihm das gewisse Etwas. Außerdem heißt Kante = Ende. Für die schöne Borte war es also an der Zeit einige Zunahmen zu machen und jetzt ratet mal, wer da nicht richtig gelesen hat! Meinen Fehler habe ich erst in der nächsten Hin-Reihe der Hauptfarbe bemerkt, aber auch erst nach einigen Abnahmen.
Zunächst habe ich es mit zurück stricken versucht, zeitaufwendig, aber wohl das kleinere Übel beim Brioche retten. Doch die Abnahmen beim Rebel waren zu tükisch und ich erschuf ein Maschenchaos. Es ging weder vor, noch zurück. Meine Nerven waren zum zerreißen gespannt, aber es keimte auch die Einstellung: dann halt nicht! in mir auf. Ich schnappte mir mein Handy und suchte bei YouTube nach "fixing brioche", schaute kurz in ein paar Videos und zog langsam die Nadel aus meinem Tuch.
Der Rebel war mir egal, jetzt hieß es alles oder nichts. Ich habe auf dem Boden gehockt, die Schwangerschaftsmurmel im Weg, die wollverrückten Katzen im Blick und ribbelte einfach drauf los. Ob ich noch geatmet habe? Sporadisch. Dann wurde die Wolle wieder auf das Knäul gewickelt und los ging das eigentlich Schlimme.
Maschen die mit der Brioche Technik gestrickt sind, sind nicht so leicht wieder aufsammelbar wie "normale" Maschen, man muss immer auf die Umschläge achten. Als ich damit fertig war, sah ich schon, dass ein paar der Maschen nicht ganz richtig waren und Umschläge verloren gegangen sind. Meine Laune war am Boden und den Rest des Abends habe ich nach neuen Anleitungen für die beiden Wollknäule gesucht.
Am nächsten Morgen, kaum aus dem Bett gekrochen (es war Samstag), tappste ich ins Wohnzimmer nahm mir den Rebel und strickte los. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis ich die Hinreihe bei der ich den Fehler gemacht hatte, richtig gestrickt hatte. Bei einigen Maschen musste ich mehrere Minuten aufbringen um sie richtig zu ordnen, immer wieder nahm ich eine kleine Häkelnadel zur Hand um Verdrehtes zu entwirren. Am Ende hat es sich gelohnt.
Mein Rebel Two war gerettet!
Ich hatte zum ersten Mal Brioche geribbelt und erfolgreich wieder aufgenommen. Kein neues Tuch musste her und einen Tag später legte ich meinen wunderschönen Rebel zum ersten Mal um den Hals.
Im Schluss wurde es sorgsam gewaschen und gespannt, immer wieder bestaunt, die Fäden vernäht und mit wachsender Begeisterung getragen. Ich bin völlig hin und weg.
Die beiden Farben passen optimal zusammen und fühlen sich wirklich super an, wobei ich von der Tosh Merino Light schon immer begeistert war. Lediglich das Verstricken der Hedgehog Fibres Wolle war nicht ganz so eine Freude, ungleichmäßig und nicht ideal verzwirrnt.
Fakten
Anleitung: Rebel Two von Knit Graffiti
Wolle: Madelinetosh, Tosh Merino Light "Celedon" und Hedgehog Fibres, Sockyarn "Graphite"
Nadelstärke: 3,5 mm ChiaoGoo Rundstricknadel
Fazit: Wunderschönes Brioche Muster, allerdings sollte etwas Erfahrung im Brioche stricken vorhanden sein. Die Anleitung ist toll geschrieben und zu empfehlen.